Kinder aufgeteiltRenzo Blumenthal: «Ich bin nur noch ein Wochenendpapi»1198829

Kinder aufgeteiltRenzo Blumenthal: «Ich bin nur noch ein Wochenendpapi»1198829
Renzo Blumenthal spricht über die schwierige Zeit seit seiner Trennung von Ladina. Der Ex-Mister-Schweiz bedauert besonders, dass seine Töchter nicht mehr bei ihm wohnen.

Vor zwei Jahren überraschten Renzo Blumenthal und Ladina mit ihrem Trennungsstatement. Im Interview mit der «Schweizer Illustrierten» spricht der Bündner Ex-Mister-Schweiz und Landwirt über sein Gefühlsleben: «Die Tiere haben mir Kraft gegeben weiterzumachen.»

Renzo kämpfte nicht nur mit dem Ende seiner Ehe nach 16 Jahren. Sein Sohn Moreno (17) blieb zwar bei ihm auf dem Hof, aber die Töchter Lena-Priscilla (14), Naemi (12), und Grace (8) zogen zu ihrer Mutter. Er fühlte sowohl Schmerz, Wut, Groll und Scham darüber, als Ehemann versagt zu haben und zum Gespött des Dorfes zu werden.

Unterdessen hat sich der 49-Jährige gefangen. «Ich fühle mich gut so weit. Natürlich ist mein Leben anders als vor der Trennung. Ich brauchte Zeit, um damit zurechtzukommen, musste ganz neu anfangen. Aber das Leben geht weiter», teilt er mit der SI.

Die anfängliche Anspannung zwischen ihm und Ladina habe sich gelegt und sie haben es allein der Kinder wegen gut miteinander. Die Scheidung ist noch nicht abgeschlossen. Ein Liebescomeback ist aber kein Thema. «Ich sagte ihr: Wenn du einmal fortgehst von zu Hause, gehst du für immer fort.»

Renzo spricht offen über Schmerz und Einsamkeit nach der Trennung. Wie wichtig ist es deiner Meinung nach, über solche Gefühle zu sprechen?

Seine Töchter besuchen Renzo teilweise am Wochenende. «Im Winter gehen wir Skifahren, Schlitteln oder Schlittschuhlaufen – im Sommer grillieren wir, gehen baden, wandern auf unser Maiensäss oder gehen auch mal Minigolf spielen», erzählt er über die Zeit mit ihnen.

Wenn die drei ihn am Sonntagabend wieder verlassen, schmerzt ihn das. Am meisten bedauere er, dass er sie nicht beim Grosswerden beobachten könne. «Ich bin quasi nur noch ein Wochenendpapi, der Gute-Laune-Vater und Spassvogel, aber nicht mehr der Erzieher. Ich frage mich manchmal schon: Was bin ich eigentlich? Nichts. Einfach nichts. Dabei brauchen die Kinder auch ihren Vater, davon bin ich fest überzeugt», sagt er.

Hilfe um mit diesen schwierigen Gedanken umzugehen, finde er bei Freunden und Bekannten, die ähnliches durchgemacht haben. Auch seine Eltern und seine Brüder sind ihm seit der Trennung eine grosse Stütze.

«In der neuen Situation fühle ich mich ab und zu einsam»

Moreno, der wie erwähnt bei Renzo auf dem Hof lebt, möchte in seine Fussstapfen treten. «Er macht jetzt seine Lehre zum Landwirt, und das freut mich schon sehr.» Schon seit er klein ist habe er ihn oft bei der Arbeit beobachtet.

Angesprochen auf sein Liebesleben meint Blumenthal lachend: «Also ich bin keine 20 mehr und werde nun sicherlich nicht in irgendwelchen Dancings auftauchen. Die Zeiten sind vorbei. Das brauche ich nicht!»

Er habe kein Problem damit, Zeit alleine zu verbringen. Aber: «Jetzt, in der neuen Situation ohne meine Familie, fühle ich mich ab und zu durchaus einsam, was nicht so schön ist. Ich hatte ursprünglich eine andere Vorstellung von meiner beziehungsweise unserer Zukunft. Daran, dass nun alles anders ist, muss ich mich erst noch gewöhnen und anpassen. Aber aufgeben ist für mich keine Option.»

Leonie Projer (pro), Jahrgang 1997, ist stellvertretende Leiterin im Ressort People. Ihre ersten journalistischen Erfahrungen sammelte sie bei Tele M1 und «ArgoviaToday».

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This article was originally published on 20 Minuten.