Nach einem brutalen Vorfall fühlen sich Frauen in Basel-Kleinhüningen vermehrt unsicher. Anwohner berichten von zunehmender Gewalt und Diebstählen.
Die Nachbarschaft des Schäferwegs und der Neuhausstrasse in Kleinhüningen lebt seit Wochen in Angst und Sorge. Der Grund: die Zunahme von Lärm, Diebstählen und Gewalt im Umkreis des Bundesasylzentrums, das auf dem Areal der Industriellen Werke Basel (IWB) einquartiert ist.
Kürzlich sorgte ein Fall für Aufsehen: Drei Männer gingen mit einer Eisenstange auf einen Anwohner los und verprügelten ihn vor den Augen seiner Frau und seines Sohnes spitalreif. Die Polizei nahm anschliessend drei Marokkaner im Alter von 17, 20 und 31 Jahren fest.
«Wir konnten noch schnell handeln und dazwischengehen, damit nichts Schlimmeres passiert, und kontaktierten die Polizei. Das macht Angst», sagt ein News-Scout nach der Tat zu 20 Minuten. Er sei verzweifelt, die ganze Strasse sei verzweifelt.
Im Bundesasylzentrum, einer unterirdischen Anlage ohne Tageslicht, leben nur Männer, die kürzlich einen Asylantrag gestellt haben. Nach 22 Uhr komme es jeweils zu «massiven Ruhestörungen», sagt nun ein Anwohner gegenüber der «Basler Zeitung». Regelmässig übernachteten Asylsuchende draussen, provozierten und suchten die Konfrontation. «Wenn ich etwas sage, beleidigen sie mich», sagt der Student. Seine Freundin wage sich mittlerweile schon gar nicht mehr ins Quartier.
Ein weiterer Anwohner berichtet von schlimmen Zuständen: So komme es ständig zu Diebstählen aus parkierten Autos, aus Gärten oder von Balkonen. «Bei mir hat einer schon auf dem Balkon übernachtet», sagt er. Im Sommer könne die Nachbarschaft die Kleider nicht mal zum Trocknen draussen aufhängen, weil sie sonst wegkommen würden.
Die Leidtragenden seien aber vor allem Frauen: Es herrsche ein «Klima der Angst», sagt der Mann. Seine Nachbarin traue sich nicht mal in kurzen Hosen auf den Gartensitzplatz. «Den Frauen wird permanent nachgepfiffen. Es fallen dumme Sprüche, selbst wenn die Kinder dabei sind», meint der Mann zur Zeitung. «Viele Frauen wollen bei Dunkelheit nicht mehr allein auf die Strasse, weil sie eben auch mit Gewalt rechnen müssen.»
Die Anwohner sammelten in den letzten Wochen Unterschriften gegen das Bundesasylzentrum und sie organisieren sich über eine Whatsapp-Gruppe. Gegenüber 20 Minuten sprachen sie bereits davon, Selbstjustiz ausüben zu wollen. Von der Polizei fühlten sie sich im Stich gelassen.
Das Basler Sicherheitsdepartement betont gegenüber der Zeitung, dass die Kantonspolizei bei einer Gefährdung von Leib und Leben «immer innert kürzester Zeit» vor Ort sei. Die Polizei wolle nun aber die Patrouillentätigkeit im Quartier erhöhen, sagt Sprecher Stefan Schmitt.
Für die Bewohner ist dies nur ein kleiner Trost: Das Staatssekretariat für Migration (SEM) will das Bundesasylzentrum weiter betreiben. Und die Basler Staatsanwaltschaft hat bestätigt, dass die beschuldigten Männer im Eisenstangen-Fall bereits wieder auf freiem Fuss sind. Man habe ein Verfahren eröffnet, für eine U-Haft müssten aber die gesetzlich vorgegebenen Gründe erfüllt sein.
Daniel Krähenbühl (dk) arbeitet seit 2017 für 20 Minuten. Er leitet das Ressort Zürich und Luzern mit Fokus auf Stadtpolitik, Kriminalität, Gesellschaft und Recherche.
Die Nachbarschaft des Schäferwegs und der Neuhausstrasse in Kleinhüningen lebt seit Wochen in Angst und Sorge. Der Grund: die Zunahme von Lärm, Diebstählen und Gewalt im Umkreis des Bundesasylzentrums, das auf dem Areal der Industriellen Werke Basel (IWB) einquartiert ist.
Kürzlich sorgte ein Fall für Aufsehen: Drei Männer gingen mit einer Eisenstange auf einen Anwohner los und verprügelten ihn vor den Augen seiner Frau und seines Sohnes spitalreif. Die Polizei nahm anschliessend drei Marokkaner im Alter von 17, 20 und 31 Jahren fest.
«Wir konnten noch schnell handeln und dazwischengehen, damit nichts Schlimmeres passiert, und kontaktierten die Polizei. Das macht Angst», sagt ein News-Scout nach der Tat zu 20 Minuten. Er sei verzweifelt, die ganze Strasse sei verzweifelt.
Im Bundesasylzentrum, einer unterirdischen Anlage ohne Tageslicht, leben nur Männer, die kürzlich einen Asylantrag gestellt haben. Nach 22 Uhr komme es jeweils zu «massiven Ruhestörungen», sagt nun ein Anwohner gegenüber der «Basler Zeitung». Regelmässig übernachteten Asylsuchende draussen, provozierten und suchten die Konfrontation. «Wenn ich etwas sage, beleidigen sie mich», sagt der Student. Seine Freundin wage sich mittlerweile schon gar nicht mehr ins Quartier.
Ein weiterer Anwohner berichtet von schlimmen Zuständen: So komme es ständig zu Diebstählen aus parkierten Autos, aus Gärten oder von Balkonen. «Bei mir hat einer schon auf dem Balkon übernachtet», sagt er. Im Sommer könne die Nachbarschaft die Kleider nicht mal zum Trocknen draussen aufhängen, weil sie sonst wegkommen würden.
Die Leidtragenden seien aber vor allem Frauen: Es herrsche ein «Klima der Angst», sagt der Mann. Seine Nachbarin traue sich nicht mal in kurzen Hosen auf den Gartensitzplatz. «Den Frauen wird permanent nachgepfiffen. Es fallen dumme Sprüche, selbst wenn die Kinder dabei sind», meint der Mann zur Zeitung. «Viele Frauen wollen bei Dunkelheit nicht mehr allein auf die Strasse, weil sie eben auch mit Gewalt rechnen müssen.»
Die Anwohner sammelten in den letzten Wochen Unterschriften gegen das Bundesasylzentrum und sie organisieren sich über eine Whatsapp-Gruppe. Gegenüber 20 Minuten sprachen sie bereits davon, Selbstjustiz ausüben zu wollen. Von der Polizei fühlten sie sich im Stich gelassen.
Das Basler Sicherheitsdepartement betont gegenüber der Zeitung, dass die Kantonspolizei bei einer Gefährdung von Leib und Leben «immer innert kürzester Zeit» vor Ort sei. Die Polizei wolle nun aber die Patrouillentätigkeit im Quartier erhöhen, sagt Sprecher Stefan Schmitt.
Für die Bewohner ist dies nur ein kleiner Trost: Das Staatssekretariat für Migration (SEM) will das Bundesasylzentrum weiter betreiben. Und die Basler Staatsanwaltschaft hat bestätigt, dass die beschuldigten Männer im Eisenstangen-Fall bereits wieder auf freiem Fuss sind. Man habe ein Verfahren eröffnet, für eine U-Haft müssten aber die gesetzlich vorgegebenen Gründe erfüllt sein.
Daniel Krähenbühl (dk) arbeitet seit 2017 für 20 Minuten. Er leitet das Ressort Zürich und Luzern mit Fokus auf Stadtpolitik, Kriminalität, Gesellschaft und Recherche.