Niels Hintermann war erzürnt, dass Alexis Monney keine Abfahrts-Quali bestreiten muss, er und Stefan Rogentin hingegen schon. Wenige Stunden nach seinem Wutanfall folgte die Entschuldigung.
Die Olympischen Winterspiele beginnen gleich mit einem Kracher. Am Samstag steht die Abfahrt der Männer an (11.30 Uhr, live bei uns). Für die Schweiz an den Start gehen: Marco Odermatt, Franjo von Allmen, Alexis Monney und ein vierter Fahrer.
Noch ist offen, wer das Quartett vervollständigen wird. Niels Hintermann und Stefan Rogentin kämpfen im zweiten Training am Donnerstag um den letzten Schweizer Abfahrts-Startplatz. Der Schnellere der beiden darf auch am Samstag die Stelvio runterbrettern.
«Wildsau» Hintermann verlor rund zwei Sekunden auf die Bestzeit von Ryan Cochran-Siegle. Der Zürcher landete auf Platz 18. Im Zielraum zeigte er sich angefressen – nicht nur seines Resultates wegen.
«Zwei Sekunden schneller zu werden, wird nicht einfach. Ich bin nicht wirklich reingekommen, sicher auch ‹hässig›». Er ist wütend, weil Alexis Monney keine Quali fahren muss, er und Rogentin aber schon. Obwohl Monney auch keinen Podestplatz vorweisen kann.
«Ich bin nicht wütend, weil man mich nicht fix gesetzt hat. Ich habe keinen Podestplatz gehabt, das ist okay so. Ich finde es nicht richtig, was die Herren entschieden haben. Aber sie sollen selber den ‹Grind› hinhalten und das erklären.» Damit gemeint sind die Verantwortlichen um Cheftrainer Tom Stauffer.
Hintermann fügt an: «Ich bin jetzt seit neun Jahren bei Grossanlässen dabei. Man hat es immer so gemacht, dass diejenigen, die keine Podestplätze haben, im Training eine Qualifikation fahren mussten. Und jetzt macht man es plötzlich nicht mehr so. Das ist für mich unverständlich.»
Hintermanns Konkurrent Stefan Rogentin erscheint hingegen seelenruhig in der Mixed Zone zum Interview. «Ich habe gelernt, Entscheide so zu akzeptieren, wie sie gefällt worden sind. Ich kann die Quali fahren und muss einfach schauen, dass ich schneller als Hintermann bin. Es kann einen glücklich treffen oder weniger. Am Ende ist es so, wie es ist», sagt er pragmatisch.
Und was meint Alexis Monney zu diesem Drama? Es sei auch für ihn eine spezielle Situation. «Ich war auf eine Qualifikation vorbereitet und wusste, es wird eine brutale Woche. Schon im ersten Training hätte alles passen müssen», darum sei er nicht unfroh, dass zu seinen Gunsten entschieden wurde.
«Ich kann die Wut von Niels nachvollziehen. Ich war aber nie bei den Trainern und habe gesagt, dass ich gesetzt sein muss. Vom Entscheid war auch ich überrascht. Es tut mir auch für ihn leid, aber ich kann es nicht ändern», so der Romand.
Noch am selben Abend zeigte sich Hintermann einsichtig. Er verfasste eine Entschuldigungsnachricht auf einem Instagram-Post. «Da sind die Emotionen wieder mal mit mir durchgegangen...», begann der Zürcher seine Botschaft.
Im Ziel sei ihm der Moment entglitten. «Die Emotionen waren echt, aber meine Reaktion war nicht okay. Das tut mir aufrichtig leid. Es ging zu keinem Zeitpunkt darum, dass ich es Alexis Monney oder Stefan Rogentin nicht gönne.»
Das Gegenteil sei der Fall. «Ich habe keinerlei schlechtes oder feindliches Gefühl ihnen gegenüber – wir sind Teamkollegen, und ich respektiere ihre Leistungen voll und ganz. Sie haben und hätten den Startplatz sehr verdient.» Hintermann fügt an: «Ich brenne für diesen Sport, manchmal vielleicht ein bisschen zu fest. Am Ende bin ich aber einfach ein Mensch, der nicht immer alles perfekt macht.»
Nino Vinzens (nvi) arbeitet seit 2024 für 20 Minuten. Seine Expertise hat er hauptsächlich im Fussball- und Ski-Bereich.
Die Olympischen Winterspiele beginnen gleich mit einem Kracher. Am Samstag steht die Abfahrt der Männer an (11.30 Uhr, live bei uns). Für die Schweiz an den Start gehen: Marco Odermatt, Franjo von Allmen, Alexis Monney und ein vierter Fahrer.
Noch ist offen, wer das Quartett vervollständigen wird. Niels Hintermann und Stefan Rogentin kämpfen im zweiten Training am Donnerstag um den letzten Schweizer Abfahrts-Startplatz. Der Schnellere der beiden darf auch am Samstag die Stelvio runterbrettern.
«Wildsau» Hintermann verlor rund zwei Sekunden auf die Bestzeit von Ryan Cochran-Siegle. Der Zürcher landete auf Platz 18. Im Zielraum zeigte er sich angefressen – nicht nur seines Resultates wegen.
«Zwei Sekunden schneller zu werden, wird nicht einfach. Ich bin nicht wirklich reingekommen, sicher auch ‹hässig›». Er ist wütend, weil Alexis Monney keine Quali fahren muss, er und Rogentin aber schon. Obwohl Monney auch keinen Podestplatz vorweisen kann.
«Ich bin nicht wütend, weil man mich nicht fix gesetzt hat. Ich habe keinen Podestplatz gehabt, das ist okay so. Ich finde es nicht richtig, was die Herren entschieden haben. Aber sie sollen selber den ‹Grind› hinhalten und das erklären.» Damit gemeint sind die Verantwortlichen um Cheftrainer Tom Stauffer.
Hintermann fügt an: «Ich bin jetzt seit neun Jahren bei Grossanlässen dabei. Man hat es immer so gemacht, dass diejenigen, die keine Podestplätze haben, im Training eine Qualifikation fahren mussten. Und jetzt macht man es plötzlich nicht mehr so. Das ist für mich unverständlich.»
Hintermanns Konkurrent Stefan Rogentin erscheint hingegen seelenruhig in der Mixed Zone zum Interview. «Ich habe gelernt, Entscheide so zu akzeptieren, wie sie gefällt worden sind. Ich kann die Quali fahren und muss einfach schauen, dass ich schneller als Hintermann bin. Es kann einen glücklich treffen oder weniger. Am Ende ist es so, wie es ist», sagt er pragmatisch.
Und was meint Alexis Monney zu diesem Drama? Es sei auch für ihn eine spezielle Situation. «Ich war auf eine Qualifikation vorbereitet und wusste, es wird eine brutale Woche. Schon im ersten Training hätte alles passen müssen», darum sei er nicht unfroh, dass zu seinen Gunsten entschieden wurde.
«Ich kann die Wut von Niels nachvollziehen. Ich war aber nie bei den Trainern und habe gesagt, dass ich gesetzt sein muss. Vom Entscheid war auch ich überrascht. Es tut mir auch für ihn leid, aber ich kann es nicht ändern», so der Romand.
Noch am selben Abend zeigte sich Hintermann einsichtig. Er verfasste eine Entschuldigungsnachricht auf einem Instagram-Post. «Da sind die Emotionen wieder mal mit mir durchgegangen...», begann der Zürcher seine Botschaft.
Im Ziel sei ihm der Moment entglitten. «Die Emotionen waren echt, aber meine Reaktion war nicht okay. Das tut mir aufrichtig leid. Es ging zu keinem Zeitpunkt darum, dass ich es Alexis Monney oder Stefan Rogentin nicht gönne.»
Das Gegenteil sei der Fall. «Ich habe keinerlei schlechtes oder feindliches Gefühl ihnen gegenüber – wir sind Teamkollegen, und ich respektiere ihre Leistungen voll und ganz. Sie haben und hätten den Startplatz sehr verdient.» Hintermann fügt an: «Ich brenne für diesen Sport, manchmal vielleicht ein bisschen zu fest. Am Ende bin ich aber einfach ein Mensch, der nicht immer alles perfekt macht.»
Nino Vinzens (nvi) arbeitet seit 2024 für 20 Minuten. Seine Expertise hat er hauptsächlich im Fussball- und Ski-Bereich.