Auf Social Media kursiert die Zahl 15: Mit so vielen Menschen sollte man mindestens pro Tag sprechen. Aus der Wissenschaft gibt es keine Belege für diese Zahl.
Glaubt man Posts und Ratschlägen auf Social Media, ist es normal oder gar empfohlen, pro Tag mit mindestens 15 Personen zu sprechen. Die Zahl kursiert auf diversen Plattformen, immer wieder gibt es zahlreiche Reaktionen darauf.
Zum Beispiel die von Tiktokerin Rimi, die mit den Worten «Wenn an einem Tag 15 Leute mit mir reden wollten, würde ich mein Handy ins Meer werfen» kommentierte. Das Video hat mittlerweile zwei Millionen Aufrufe. In der Kommentarspalte gibt es viel Zustimmung. «Ich kenne keine 15 Personen, geschweige denn spreche ich täglich mit ihnen», steht im Topkommentar mit rund 12'000 Likes.
Ein anderer User schreibt: «Ich bringe es kaum auf die Reihe, mit drei Personen zu sprechen.» Doch es gibt auch einige, für die es normal ist, mit mehr als zehn Leuten zu kommunizieren. «Ich persönlich spreche mit mehr. Aber meine Familie weiss, wenn ich nach Hause komme, brauche ich eine Stunde Ruhe, um runterzukommen.»
Doch was ist dran an der Zahl 15? Und: Ist sie überhaupt wissenschaftlich belegt? Woher die Tiktokerin sie hat, ist nicht klar. Online wird immer wieder ein X-Post-Screenshot gezeigt. Er stammt aus dem Jahr 2024. Darin schreibt eine Person: «So y’all telling me yall don’t talk to at least 15 people a day? Close friends, family, and xyz???» (dt.: «Ihr sagt mir also, dass ihr nicht mit mindestens 15 Leuten am Tag redet? Enge Freunde, Familie und xyz???»).
Was wissenschaftlich bewiesen ist: Soziale Interaktion verbessert die Gesundheit. Ein Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält fest: Eine von sechs Personen ist von Einsamkeit betroffen, was einen starken Einfluss auf die Gesundheit hat. Soziale Interaktion kann Entzündungen reduzieren, die mentale Gesundheit stärken und einen frühen Tod verhindern.
Aufruf: Mit wie vielen Menschen sprichst du im Schnitt pro Tag?
69 Prozent der Amerikaner haben pro Tag mindestens eine Interaktion mit einer Person, die nicht in ihrem Haushalt lebt. Das zeigt eine Studie von Adam R. Roth und Siyun Peng, die im Rahmen der «American Time Use Survey» durchgeführt wurde. Ausserdem fanden Interaktionen mit Freunden, Bekannten oder «anderen» häufig im öffentlichen Kontext statt, weniger im Privat- oder Arbeitsleben.
Eine Studie von Juliana Schroeder von der University of California hat übrigens gezeigt: Tiefgründige Gespräche kann man auch mit Fremden führen. Dafür wurden Teilnehmende aufgeteilt und haben entweder über banale Themen gesprochen (zum Beispiel: «Wie oft kommst du hierher?») oder über Tiefgründigeres («Erzähl, wann du das letzte Mal vor einer anderen Person geweint hast»). Die Untersuchungen zeigen: Die tiefen Gespräche waren weniger unangenehm und führten zu mehr Verbundenheit und Zufriedenheit als erwartet.
Mit wie vielen Personen sprichst du an einem durchschnittlichen Tag?
Anja Zingg (anz), arbeitet seit 2020 bei 20 Minuten. Sie ist seit Juni 2023 Leiterin des Ressorts Gesellschaft & Community.
Glaubt man Posts und Ratschlägen auf Social Media, ist es normal oder gar empfohlen, pro Tag mit mindestens 15 Personen zu sprechen. Die Zahl kursiert auf diversen Plattformen, immer wieder gibt es zahlreiche Reaktionen darauf.
Zum Beispiel die von Tiktokerin Rimi, die mit den Worten «Wenn an einem Tag 15 Leute mit mir reden wollten, würde ich mein Handy ins Meer werfen» kommentierte. Das Video hat mittlerweile zwei Millionen Aufrufe. In der Kommentarspalte gibt es viel Zustimmung. «Ich kenne keine 15 Personen, geschweige denn spreche ich täglich mit ihnen», steht im Topkommentar mit rund 12'000 Likes.
Ein anderer User schreibt: «Ich bringe es kaum auf die Reihe, mit drei Personen zu sprechen.» Doch es gibt auch einige, für die es normal ist, mit mehr als zehn Leuten zu kommunizieren. «Ich persönlich spreche mit mehr. Aber meine Familie weiss, wenn ich nach Hause komme, brauche ich eine Stunde Ruhe, um runterzukommen.»
Doch was ist dran an der Zahl 15? Und: Ist sie überhaupt wissenschaftlich belegt? Woher die Tiktokerin sie hat, ist nicht klar. Online wird immer wieder ein X-Post-Screenshot gezeigt. Er stammt aus dem Jahr 2024. Darin schreibt eine Person: «So y’all telling me yall don’t talk to at least 15 people a day? Close friends, family, and xyz???» (dt.: «Ihr sagt mir also, dass ihr nicht mit mindestens 15 Leuten am Tag redet? Enge Freunde, Familie und xyz???»).
Was wissenschaftlich bewiesen ist: Soziale Interaktion verbessert die Gesundheit. Ein Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält fest: Eine von sechs Personen ist von Einsamkeit betroffen, was einen starken Einfluss auf die Gesundheit hat. Soziale Interaktion kann Entzündungen reduzieren, die mentale Gesundheit stärken und einen frühen Tod verhindern.
Aufruf: Mit wie vielen Menschen sprichst du im Schnitt pro Tag?
69 Prozent der Amerikaner haben pro Tag mindestens eine Interaktion mit einer Person, die nicht in ihrem Haushalt lebt. Das zeigt eine Studie von Adam R. Roth und Siyun Peng, die im Rahmen der «American Time Use Survey» durchgeführt wurde. Ausserdem fanden Interaktionen mit Freunden, Bekannten oder «anderen» häufig im öffentlichen Kontext statt, weniger im Privat- oder Arbeitsleben.
Eine Studie von Juliana Schroeder von der University of California hat übrigens gezeigt: Tiefgründige Gespräche kann man auch mit Fremden führen. Dafür wurden Teilnehmende aufgeteilt und haben entweder über banale Themen gesprochen (zum Beispiel: «Wie oft kommst du hierher?») oder über Tiefgründigeres («Erzähl, wann du das letzte Mal vor einer anderen Person geweint hast»). Die Untersuchungen zeigen: Die tiefen Gespräche waren weniger unangenehm und führten zu mehr Verbundenheit und Zufriedenheit als erwartet.
Mit wie vielen Personen sprichst du an einem durchschnittlichen Tag?
Anja Zingg (anz), arbeitet seit 2020 bei 20 Minuten. Sie ist seit Juni 2023 Leiterin des Ressorts Gesellschaft & Community.