Vor 50 Jahren  6. Februar 1976

Vor 50 Jahren  6. Februar 1976
Brüssel – Die NATO ist über den sowjetischen Einfluß in Angola ernstlich besorgt. NATO-Strategen befassen sich daher mit der Frage der Verteidigung der Schiffahrtswege um das Kap. Die Rohöltransporte für Westeuropa sind weitgehend auf die Benutzung der Kaproute angewiesen. NATO-Operationen enden auf Grund der traditionellen NATO-Politik am Wendekreis des Krebses. In NATO-Kreisen wird die Schaffung eines Marinegeschwaders, bestehend aus Flotteneinheiten der Mitgliedstaaten, erwogen, das im Konfliktfall die Route um das Kap schützen soll. Verschiedene NATO-Länder sind jedoch bei diesem Unternehmen gegen jede Zusammenarbeit mit Südafrika. Hierzu gehören Dänemark und Holland. Andere NATO-Staaten sind in dieser Frage realistischer. Allerdings ist keine Militärallianz mit Südafrika vorgesehen. In Washington erklärte der Unterstaatssekretär im US-Außenministerium William Schauffele, es bestünden bisher keine Anzeichen dafür, daß die Sowjetunion auf irgendeinen Kompromiß in der Angolafrage zusteuert, obwohl gewisse Zeitungsartikel in Moskau einen gemäßigteren Ton anschlagen. Schauffele gab bekannt, daß Außenminister Dr. Henry Kissinger Gegenmaßnahmen gegen die Sowjetunion erwäge. Wenn die sowjetischen Operationen in Angola erfolgreich verlaufen, so argumentiere Kissinger, könne Moskau versucht sein, in anderen Teilen der Welt ähnliche Unternehmen zu starten. Ferner habe die amerikanische Haltung in der Angolafrage ungünstige Auswirkungen auf die Haltung traditioneller Verbündeter, die befürchten, daß auch sie von den USA im Stich gelassen werden könnten. Schauffele gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Regierung Mittel und Wege finden werde, die Situation in Angola zu stabilisieren. Die Regierung denkt dabei in erster Linie an eine offene Unterstützung der prowestlichen Bewegungen. Sie hofft, die Genehmigung des Kongresses hierfür zu erhalten. Schauffele sagte, die Zahl der Kubaner, die in Angola kämpfen, nehme noch immer zu. Nach seinen Angaben befinden sich jetzt 12 000 Kubaner in Angola. Der Ausnahmezustand in Sambia sei die Reaktion auf die Bedrohung seiner Grenzen, die Sambia in den Verhältnissen in Angola sieht

Lusaka – Ein Gipfeltreffen zwischen Präsident Kaunda von Sambia, Präsident Nyerere von Tansania und Präsident Machel von Mosambik findet während des Wochenendes in der Nähe von Maputa (ehemals Lourenço Marques) statt. Wahrscheinlich werden auch Präsident Mobutu Sese Seko von Zaire und Präsident Sir Seretse Khama von Botswana an der Konferenz teilnehmen. Im Vordergrund der Begegnung der Präsidenten steht die Angolafrage. Sambia wird zu dem Gipfeltreffen mit einer etwa vierzigköpfigen Delegation erscheinen.

Kapstadt – „Es ist kein Geheimnis, daß unsere Kräfte in Angola auch auf Kubaner gestoßen sind", sagte Verteidigungsminister Botha am Donnerstag in der Wehrdebatte. Zu seinen Gesprächsgegnern, Dr. van Zyl-Slabbert, PRP, und Vause Row, VP, sagte Botha, daß sie wüßten, was ein bewaffneter Konflikt bedeute, da sie im Einsatzgebiet gewesen seien. Ein anderer PRP-Sprecher wollte noch von Botha wissen, ob er ermächtigt sei, sogenannte klassifizierte Informationen, die Mitglieder einer parlamentarischen Gruppe auf einer Reise in das Grenzgebiet verschweigen müßten, öffentlich zu nennen. Botha erwiderte darauf, daß es allgemein bekannt sei, daß südafrikanische Streitkräfte in der Verfolgung von Grenzübertretern die Grenze weit überschritten und große Mengen an Waffen und Munition sichergestellt hätten.

Mogadishu – Nach dem Grenzvorfall zwischen somalischen Terroristen und französischen Sicherheitskräften haben die Guerillas einen Schuljungen entführt. Ursprünglich hielten sie 31 Kinder als Geiseln in einem Schulbus. Als Bedingung zur Freigabe des entführten Jungen fordern die Terroristen die Entlassung politischer Gefangener in Djibouti und die Einstellung der Ausweisung von Zivilisten. Der Vorsitzende des politischen Komitees der „Befreiungsfront" von Französisch-Somalia, Salah Nur, sagte, daß seine Organisation für die Erfüllung ihrer Forderungen kein Ultimatum setze.

New York – Im vergangenen Juli erhielten die Comoro-Inseln im Mosambik-Kanal von Frankreich die Unabhängigkeit. Eine der Inseln (Mayotte) sprach sich jedoch 1974 bereits gegen die Unabhängigkeit aus. Frankreich möchte einerseits gute Beziehungen zu den Inseln unterhalten, andererseits Mayotte nicht zur Unabhängigkeit zwingen. Aus diesem Grunde ist am Sonntag ein Volksentscheid vorgesehen, der die Zugehörigkeit von Mayotte zu Frankreich oder zur restlichen Inselgruppe besiegeln soll. Von etlichen UNO-Mitgliedern ist Frankreich vor dem Sicherheitsrat beschuldigt worden, mit der Volksabstimmung einen Akt der Aggression und der Einmischung in die Angelegenheiten der Comoro-Gruppe zu begehen.

New York – Über 1000 Passagiere haben sich in New York für den ersten „Concorde"-Flug von Amerika nach London buchen lassen. Auch der erste Flug von New York n
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