Funke Mediengruppe Comedian wollte US-Flagge hissen Nach Eklat in Grönland: Maxi Schafroth entschuldigt sich – NDR streicht Beitrag

Funke Mediengruppe Comedian wollte US-Flagge hissen Nach Eklat in Grönland: Maxi Schafroth entschuldigt sich – NDR streicht Beitrag
Dieser Gag ging nach hinten los: Der deutsche Comedian Maxi Schafroth wollte für die NDR-Satiresendung „Extra 3“ eine US-Flagge vor dem Kulturzentrum in Grönlands Hauptstadt Nuuk hissen – und löste damit einen Eklat aus. Der NDR entschied sich nun dazu, den Beitrag zu streichen. Zuerst hatte „t-online“ berichtet.

Die Premierenfolge in diesem Jahr hatte sich „Extra 3“-Moderator Christian Ehring sicher anders vorgestellt. So erklärte der 53-Jährige am Ende der Satiresendung: „Sie haben es vielleicht mitbekommen, wir haben in der vergangenen Woche einen mittelgroßen Skandal ausgelöst“, sagte er. Man hätte Maxi Schafroth in der Rolle des arroganten US-Amerikaners nach Grönland geschickt, der versucht, die Grönländer davon zu überzeugen, amerikanisch zu werden.“

Ehring erklärte, man habe sich entschlossen, den Beitrag nicht zu senden und lieferte eine Entschuldigung gleich mit: „Wir haben den Fehler gemacht, dass wir eine Insel, die einer akuten Bedrohung ausgesetzt ist, als Kulisse benutzt haben für unsere Kritik an den USA. Das hätte uns vorher klar sein müssen, so mussten wir hinterher um Entschuldigung bitten.“

Auch Schafroth selbst kam in mehreren Einspielern noch einmal selbst zu Wort, nachdem er sich bereits vor einigen Tagen entschuldigt hatte. „Ich habe ja selber gemerkt, dass wir uns da vergriffen haben, in dem Moment“, sagte Schafroth im Einspieler.

In der Situation sei der satirische Kontext „nicht erkennbar“ gewesen, hatte Schafroth bereits vor ein paar Tagen gesagt. „Das hat einige irritiert, das tut mir aufrichtig leid.“

Nachdem ihn Mitarbeiter des Kulturzentrums davon abgehalten hatten, die US-Flagge zu hissen, musste Schafroth ein Bußgeld zahlen. „1000 Kronen, das sind ungefähr 130 Euro, die konnte ich direkt auf der Polizeiwache in bar bezahlen“, sagte der Kabarettist. „Ich saß dort relativ lange, auch weil die grönländische Polizei darum bat, andere Extra 3-Videos zu sehen, um unsere Arbeit zu verstehen, und ich war erleichtert, dass sie lachen mussten, als ich als Priester mit einem E-Scooter ,Habemus papam‘ rufend über den Petersplatz gefahren bin.“

Ihm sei auch „nicht wurst, wie die Leute reagieren“, betonte Schafroth. „Wir wollen nicht gegen die Menschen arbeiten, auf deren Seite wir sind, sondern mit ihnen.“ Da Nuuk, die Hauptstadt von Grönland, „sehr überschaubar“ sei, habe er am Donnerstagmorgen noch die Möglichkeit gehabt, „mit den Leuten hier direkt zu sprechen und auch im Kulturzentrum, wo der Mast steht, die Sache persönlich zu klären“.

Laut NDR war „das weltweit diskutierte Vorgehen der USA“ Anlass für die kritische Auseinandersetzung in der Satiresendung. „Zu keinem Zeitpunkt sollte während des Drehs der Eindruck entstehen, Ziel der Satire seien Grönländerinnen und Grönländer“, hieß es vom Sender. Weiter hieß es: „Die Redaktion erklärt ihr Bedauern gegenüber den Menschen in Grönland, sollte dieser Eindruck entstanden sein.“

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