Diese Zahl macht immer wieder Schlagzeilen. Aktuell liegt sie bei 22.787. So viele Menschen haben die Behörden in Deutschland im vergangenen Jahr abgeschoben. Die Zahl ist vor allem für die Unionsfraktion ein Seismograf für eine gelungene Asylpolitik. Sie ist eine zentrale Säule der „Migrationswende“, die Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) versprochen hat. Seine Partei proklamiert für 2026 erneut eine „Abschiebeoffensive“ – auch für Syrien, wo bis vor gut einem Jahr ein jahrelanger Bürgerkrieg herrschte.
Doch es gibt noch eine zweite Zahl, die Politiker selten beachten. Dabei ist sie genauso wichtig wie Abschiebungen unter Zwang: die freiwillige Rückkehr von Asylsuchenden. Im vergangenen Jahr reisten deutlich mehr Geflüchtete aus Deutschland freiwillig und mit Fördergeld des Bundes in ihr Heimatland zurück.
2025 nutzten insgesamt 16.576 Menschen die Möglichkeit, mit einer Förderung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) in ihr Herkunftsland oder in ein anderes Land auszureisen. Das sind deutlich mehr als im Jahr davor: 2024 waren es noch 10.358, und 2023 lag die Zahl bei insgesamt 10.762. Das erfuhr diese Redaktion exklusiv auf Nachfrage beim Bamf.
Ganz freiwillig ist die Ausreise nicht. Viele der Personen würden wohl gern in Deutschland bleiben, bekommen aber kein Asyl. 6394 Menschen der gut 16.000 Heimkehrer waren 2025 „ausreisepflichtig“. 7302 von ihnen steckten noch im Asylverfahren, und 2787 Menschen hatten eine „befristete Aufenthaltserlaubnis“.
So attraktiv das Programm, so sperrig der Name: „REAG-GARP“. Damit unterstützt der Bund finanziell und organisatorisch die freiwillige Ausreise. Das Bundesamt übernimmt etwa Flugkosten und zahlt eine „Starthilfe“ von 1000 Euro pro erwachsener Person sowie 500 Euro für Kinder und Jugendliche. Familien bekommen maximal 4000 Euro. Das ist für den deutschen Haushalt in der Regel günstiger als eine Abschiebung, die mehrere Tausend Euro kostet, manchmal Zehntausende. Für eine einzelne Person. Denn Bundespolizisten sind vielfach im Einsatz, genauso wie Ausländerbehörden. Die Flüge müssen begleitet werden, auch durch einen Arzt, manchmal mieten die Behörden eigene Chartermaschinen. Und oftmals müssen Beamte bei der Abschiebung Gewalt anwenden, weil sich Menschen wehren.
Besonders im Fall von Syrien zeigt sich der Effekt. Mühsam vermeldet Dobrindt einzelne Abschiebungen von Straftätern in das frühere Bürgerkriegsland, in dem aktuell der Konflikt zwischen Islamisten, Kurden und Regierungstruppen lodert. Dagegen stellten bis Ende Dezember 5976 einen Antrag auf die freiwillige Ausreise nach Syrien, 3678 sind bereits ausgereist.
Interview-Serie zu 10 Jahre Merkels „Wir schaffen das“
Gerade mit Blick auf Syrien als Zielland für die geförderte Ausreise, hält das Bundesamt ein „großes Interesse“ fest, wie die Behördensprecherin mitteilte. „Aufgrund des hohen Antragsaufkommens kommt es derzeit zu längeren Wartezeiten bei der Bearbeitung der Anträge“, heißt es auf der Webseite des Förderprogramms. Die Bearbeitung könne bis zu acht oder sogar zwölf Wochen dauern.
Seit Anfang 2025 unterstützen Behörden die freiwillige Ausreise nach Syrien wieder. Und auch nach Afghanistan läuft die Hilfe wieder an – allerdings mit deutlich geringerer Nachfrage: 2025 stellten 161 Personen einen Antrag, 62 waren bis Ende des Jahres ausgereist.
Ganz anders die Zahlen für die Türkei: 4432 Personen reisten 2025 Richtung Bosporus aus; 1334 Menschen Richtung Russland, dabei dürften es vor allem abgelehnte Asylsuchende aus dem Kaukasus sein. Hinzu kommen Menschen, die mit Förderungen der Bundesländer oder sogar auf eigene Faust aus Deutschland ausreisen. Das Bamf führt darüber keine Statistik. Doch die Zahl scheint relevant. Laut Statistikamt reisten in den ersten neun Monaten 2025 allein knapp 22.000 Syrerinnen und Syrer aus Deutschland aus.
Die freiwillige Rückkehr von abgelehnten Schutzsuchenden wirkt sich auf die Migrationslage aus. Nur warum spricht Minister Dobrindt so selten davon? Der CSU-Politiker will in Sachen Asyl Härte demonstrieren. Schon am ersten Tag seiner Amtszeit im Mai weist Dobrindt rechtlich stark umstrittene Zurückweisungen an der deutschen Grenze an. In den ersten sechs Monaten wiesen Bundespolizisten gut 600 Asylsuchende zurück.
Ob Grenzkontrollen an Oder und Neiße oder „Migrationsgipfel“ auf der Zugspitze – Dobrindt setzt auf Symbole. Seine Idee: Sinken die Flüchtlingszahlen, sinken auch die Zustimmungswerte für die extrem rechte AfD.
Tatsächlich sinken die Asylzahlen in Deutschland spürbar. 2025 stellten 168.543 Menschen einen Antrag auf Schutz. 2023 waren es noch mehr als 350.000. Hinzu kommen noch Geflüchtete aus der Ukraine. Viele Kommunen melden eine deutlich entspanntere Situation bei der Unterbringung. Zugleich bleibt gerade der Druck bei der Integration in die Schule und die Arbeitswelt hoch.
Wie stark die sinkenden Asylzah
Doch es gibt noch eine zweite Zahl, die Politiker selten beachten. Dabei ist sie genauso wichtig wie Abschiebungen unter Zwang: die freiwillige Rückkehr von Asylsuchenden. Im vergangenen Jahr reisten deutlich mehr Geflüchtete aus Deutschland freiwillig und mit Fördergeld des Bundes in ihr Heimatland zurück.
2025 nutzten insgesamt 16.576 Menschen die Möglichkeit, mit einer Förderung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) in ihr Herkunftsland oder in ein anderes Land auszureisen. Das sind deutlich mehr als im Jahr davor: 2024 waren es noch 10.358, und 2023 lag die Zahl bei insgesamt 10.762. Das erfuhr diese Redaktion exklusiv auf Nachfrage beim Bamf.
Ganz freiwillig ist die Ausreise nicht. Viele der Personen würden wohl gern in Deutschland bleiben, bekommen aber kein Asyl. 6394 Menschen der gut 16.000 Heimkehrer waren 2025 „ausreisepflichtig“. 7302 von ihnen steckten noch im Asylverfahren, und 2787 Menschen hatten eine „befristete Aufenthaltserlaubnis“.
So attraktiv das Programm, so sperrig der Name: „REAG-GARP“. Damit unterstützt der Bund finanziell und organisatorisch die freiwillige Ausreise. Das Bundesamt übernimmt etwa Flugkosten und zahlt eine „Starthilfe“ von 1000 Euro pro erwachsener Person sowie 500 Euro für Kinder und Jugendliche. Familien bekommen maximal 4000 Euro. Das ist für den deutschen Haushalt in der Regel günstiger als eine Abschiebung, die mehrere Tausend Euro kostet, manchmal Zehntausende. Für eine einzelne Person. Denn Bundespolizisten sind vielfach im Einsatz, genauso wie Ausländerbehörden. Die Flüge müssen begleitet werden, auch durch einen Arzt, manchmal mieten die Behörden eigene Chartermaschinen. Und oftmals müssen Beamte bei der Abschiebung Gewalt anwenden, weil sich Menschen wehren.
Besonders im Fall von Syrien zeigt sich der Effekt. Mühsam vermeldet Dobrindt einzelne Abschiebungen von Straftätern in das frühere Bürgerkriegsland, in dem aktuell der Konflikt zwischen Islamisten, Kurden und Regierungstruppen lodert. Dagegen stellten bis Ende Dezember 5976 einen Antrag auf die freiwillige Ausreise nach Syrien, 3678 sind bereits ausgereist.
Interview-Serie zu 10 Jahre Merkels „Wir schaffen das“
Gerade mit Blick auf Syrien als Zielland für die geförderte Ausreise, hält das Bundesamt ein „großes Interesse“ fest, wie die Behördensprecherin mitteilte. „Aufgrund des hohen Antragsaufkommens kommt es derzeit zu längeren Wartezeiten bei der Bearbeitung der Anträge“, heißt es auf der Webseite des Förderprogramms. Die Bearbeitung könne bis zu acht oder sogar zwölf Wochen dauern.
Seit Anfang 2025 unterstützen Behörden die freiwillige Ausreise nach Syrien wieder. Und auch nach Afghanistan läuft die Hilfe wieder an – allerdings mit deutlich geringerer Nachfrage: 2025 stellten 161 Personen einen Antrag, 62 waren bis Ende des Jahres ausgereist.
Ganz anders die Zahlen für die Türkei: 4432 Personen reisten 2025 Richtung Bosporus aus; 1334 Menschen Richtung Russland, dabei dürften es vor allem abgelehnte Asylsuchende aus dem Kaukasus sein. Hinzu kommen Menschen, die mit Förderungen der Bundesländer oder sogar auf eigene Faust aus Deutschland ausreisen. Das Bamf führt darüber keine Statistik. Doch die Zahl scheint relevant. Laut Statistikamt reisten in den ersten neun Monaten 2025 allein knapp 22.000 Syrerinnen und Syrer aus Deutschland aus.
Die freiwillige Rückkehr von abgelehnten Schutzsuchenden wirkt sich auf die Migrationslage aus. Nur warum spricht Minister Dobrindt so selten davon? Der CSU-Politiker will in Sachen Asyl Härte demonstrieren. Schon am ersten Tag seiner Amtszeit im Mai weist Dobrindt rechtlich stark umstrittene Zurückweisungen an der deutschen Grenze an. In den ersten sechs Monaten wiesen Bundespolizisten gut 600 Asylsuchende zurück.
Ob Grenzkontrollen an Oder und Neiße oder „Migrationsgipfel“ auf der Zugspitze – Dobrindt setzt auf Symbole. Seine Idee: Sinken die Flüchtlingszahlen, sinken auch die Zustimmungswerte für die extrem rechte AfD.
Tatsächlich sinken die Asylzahlen in Deutschland spürbar. 2025 stellten 168.543 Menschen einen Antrag auf Schutz. 2023 waren es noch mehr als 350.000. Hinzu kommen noch Geflüchtete aus der Ukraine. Viele Kommunen melden eine deutlich entspanntere Situation bei der Unterbringung. Zugleich bleibt gerade der Druck bei der Integration in die Schule und die Arbeitswelt hoch.
Wie stark die sinkenden Asylzah