Funke Mediengruppe Update Nordrhein-Westfalen 14-Jähriger aus Dormagen getötet – Polizei verdächtigt Kind

Funke Mediengruppe Update Nordrhein-Westfalen 14-Jähriger aus Dormagen getötet – Polizei verdächtigt Kind
Etwas mehr als eine Woche nach dem Fund eines getöteten Jugendlichen bei Dormagen hat die Polizei einen Verdächtigen ermittelt. Das teilte die Polizei am Freitag (6. Februar) mit. Ein Sprecher erklärte auf Nachfrage, dies sei das Ergebnis umfangreicher polizeilicher Ermittlungen. Weitere Angaben zur Person des Verdächtigen mache man nicht.

Der Grund liege in der Strafunmündigkeit der tatverdächtigen Person. Sie ist demnach jünger als 14 Jahre und gelte rechtlich noch als „Kind“, erklärte der Sprecher. „Aus Gründen des Persönlichkeits- und Jugendschutzes geben wir keine weiteren Auskünfte zu der genannten Person“, sagte er.

Laut Medienberichten handele es sich bei der verdächtigen Person um ein 12-jähriges Kind. Die zuständige Staatsanwaltschaft in Düsseldorf äußerte sich auf Nachfrage dazu nicht.

Die Leiche des 14-Jährigen war am 28. Januar von einem Spaziergänger am Ufer des Waldsees am Rand des Dormagener Ortsteils Hackenbroich entdeckt worden. Die Ermittlungen der Polizei ergaben, dass der Schüler Opfer eines Verbrechens geworden ist. Er erlitt Stich- und Schnittverletzungen, wie die Polizei in Neuss und die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft am Dienstagabend (3.2.) nach der Obduktion der Leiche mitteilten. Der 14-Jährige starb demnach an diesen Verletzungen. Die Beamten gehen daher von einem Tötungsdelikt aus. Die Ermittlungen der Mordkommission „Waldsee“ liefen „auf Hochtouren“, hieß es.

Nach dem gewaltsamen Tod des 14-jährigen Schülers zeige sich eine enorme Anteilnahme der Dormagener Stadtgesellschaft, heißt es in der Mitteilung. Man wolle möglichst allen Menschen die Gelegenheit geben, Abschied zu nehmen.

Die Stadt habe zudem in Zusammenarbeit mit Schule und Vereinen ein Hilfskonto eingerichtet, um die Familie in dieser schweren Zeit finanziell zu unterstützen. Zudem sind zwei Kondolenzbücher ausgelegt. Eines liegt im Eingangsbereich des neuen Rathauses, das andere im Geschäftszimmer des FC Delhoven.

Die Leiche des 14-Jährigen aus Eritrea war am vergangenen Mittwoch an einem See in Dormagen von einem Spaziergänger gefunden worden. Für eine rassistische oder rechtsextreme Tat gebe es bislang keine Anhaltspunkte, hatte Staatsanwältin Janne Jakobek gesagt. Am Wochenende hatten nach Polizeiangaben rund 2000 Menschen an einem Trauerzug für den getöteten Jugendlichen teilgenommen. 

Die Stadt Dormagen hatte sich zutiefst bestürzt gezeigt. Der 14-Jährige habe seit dem Jahr 2018 in Dormagen in einer städtischen Unterkunft gelebt. Er habe eine städtische Schule besucht und sei voll in die Stadtgesellschaft integriert gewesen.

Auch der Fußballverein des Jugendlichen hatte seine Trauer ausgedrückt: Der 14-Jährige sei ein äußerst beliebter Junge gewesen, „der nicht nur im Verein, sondern auch in der ganzen Dorfgemeinschaft hochgeschätzt wurde. Sein strahlendes Lächeln und sein außergewöhnlicher Teamgeist haben ihn zu einem wertvollen Mitglied in unserem Verein gemacht“, hieß es auf der Homepage.

Der Jugendliche stamme aus Eritrea und habe in einer kommunalen Unterbringungseinrichtung in Dormagen gelebt. Der 14-Jährige sei völlig unbescholten gewesen, sagte Staatsanwältin Janne Jakobek.

Die Polizei sucht Zeugen, die Angaben zu dem Geschehen machen können. Die Polizei nimmt Hinweise unter der Rufnummer 0211/8700 entgegen.

Ein Spaziergänger hatte die Leiche am späten Mittwochnachmittag (28. Januar) am Rande des Waldsees im Ortsteil Hackenbroich gefunden und die Polizei alarmiert. Der Waldsee ist ein etwa zehn Hektar großer rekultivierter Baggersee am Ortsrand von Dormagen-Hackenbroich, der von einem Angelsportverein genutzt wird.

Der See, der aus einer Kiesgrube hervorging, liegt in einem Landschaftsschutzgebiet. Außer Angeln ist dort laut Stadt Dormagen keine weitere Freizeitnutzung wie Grillen oder Baden gestattet.

Read Full Article on Berlin Morgenpost →

This article was originally published on Berlin Morgenpost.