Funke Mediengruppe Wird in Klinik behandelt „Mehrere Schüsse“ auf General in Moskau – Alexejew ist kein Unbekannter

Funke Mediengruppe Wird in Klinik behandelt „Mehrere Schüsse“ auf General in Moskau – Alexejew ist kein Unbekannter
Attentat in Moskau: In der Aufzugshalle seines Wohnhauses, in der Nähe der Wolokolamsker Autobahn, wurde ein hochrangiger Militär von einem bislang Unbekannten angeschossen und verletzt. Der Täter gab nach Angaben der russischen Behörden „mehrere Schüsse“ auf Generalleutnant Wladimir Alexejew ab und floh.

Dem General sei in den Rücken geschossen worden, berichtet der Telegram-Kanal „Mash“. Schwer verletzt sei Alexejew in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Zu den Hintergründen des Attentats ist bislang nichts bekannt. Laut russischen Medien werde aber untersucht, ob der ukrainische Geheimdienst der Drahtzieher sei.

Der 64-jährige Alexejew ist stellvertretender Leiter des Militärgeheimdienstes, dessen Chef, Admiral Kostjukow, die russische Delegation bei den Verhandlungen in Abu Dhabi leitete. Militärblogger spekulieren, ob es einen Zusammenhang zwischen den Verhandlungen und dem Attentat gibt.

Alexejew ist kein Unbekannter. Im Zuge der Ermittlungen zu der Vergiftung von Sergej Skripal wurde Alexejew 2018 von der EU mit Sanktionen belegt. Er verhandelte auch mit Söldnerchef Jewgeni Prigoschin, als dieser mit seiner Wagner-Truppe im Juni 2023 seinen Marsch Richtung Moskau antrat. Nach dem Tod Prigoschins hatte er an einer Nachfolgeorganisation für Wagner mitgearbeitet. Viele Wagner-Söldner sind dort eingetreten.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow machte die Ukraine für die Schüsse auf einen hochrangigen russischen Armeevertreter in Moskau verantwortlich. „Dieser Terroranschlag bestätigt einmal mehr die Ausrichtung des Regimes von (Präsident Wolodymyr) Selenskyj auf ständige Provokationen, die darauf abzielen, den Verhandlungsprozess zum Scheitern zu bringen“, sagte Lawrow am Freitag im russischen Fernsehen mit Blick auf die Verhandlungen zu einem Ende der Kämpfe in der Ukraine.

Seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine wurden mehrere hohe russische Militärangehörige ermordet, wobei Moskau Kiew für die Angriffe verantwortlich macht. Die Tat erinnert an den Anschlag auf General Fanil Sarwarow, der im Dezember mit einer Autobombe getötet wurde. Der Fall ist nicht aufgeklärt.

Ein Jahr zuvor kam der russische General Igor Kirillow bei einem ähnlichen Bombenanschlag in Moskau ums Leben. Die Bombe war in einem Elektroroller versteckt. Damals bekannte sich der ukrainische Geheimdienst SBU zu der Tat. Dieser machte Kirillow für den Einsatz chemischer Waffen gegen ukrainische Truppen verantwortlich. Russland wies die Vorwürfe zurück.

Jetzt ein erneuter Anschlag. Kremlsprecher Dmitri Peskow wünschte Alexejew gute Genesung. „Die Geheimdienste tun jetzt ihre Arbeit“, sagte Peskow auf Journalistenfragen. Nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen arbeiten Ermittler und forensische Experten des Moskauer Ermittlungskomitees am Tatort, werten Aufnahmen von Überwachungskameras aus und befragen Augenzeugen.

Swetlana Petrenko, Sprecherin des Ermittlungskomitees, teilte mit, inzwischen sei ein Strafverfahren wegen versuchten Mordes eingeleitet worden. „Das Opfer wurde in einem der städtischen Krankenhäuser stationär aufgenommen“, sagte Petrenko.

Read Full Article on Berlin Morgenpost →

This article was originally published on Berlin Morgenpost.