H5N1 Vogelgrippe-Virus grassiert in Berlin: Vor allem Gänse und Schwäne betroffen

H5N1 Vogelgrippe-Virus grassiert in Berlin: Vor allem Gänse und Schwäne betroffen
Das Vogelgrippe-Virus H5N1 zirkuliert in Berlin unter Wildvögeln. Das hat die Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz am Freitag bekannt gegeben. Demnach wurden am 25. Oktober letzten Jahres die ersten Fälle der Aviären Influenza (HPAI) bei zwei Kranichen nachgewiesen, in den Bezirken Charlottenburg-Wilmersdorf und Friedrichshain-Kreuzberg. Seitdem ist das Vogelgrippe-Virus bei 41 Wildvögeln in Berlin festgestellt worden, heißt es aus der zuständigen Senatsverwaltung.

Nun ist das Virus bei 14 weiteren Wildvögeln im Landeslabor Berlin-Brandenburg entdeckt worden, heißt es. Die Bestätigung durch das Friedrich-Loeffler-Institut stehe noch aus. Der Winter habe die Lage dabei verschärft: Die Wasservögel der Stadt treffen in großer Zahl auf den eisfreien Flächen zusammen – ideal für das Virus, um sich zu verbreiten. Der Erreger gilt als hochpathogen, er ist also extrem krankmachend und kann lebensbedrohlich sein.

Betroffen sind laut der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz vor allem Wildgänse und Schwäne, Greifvögel und Möwen sowie ein Graureiher. Vermutlich haben sie das Virus durch den Verzehr verendeter Vögel aufgenommen. „Auffällig ist gegenwärtig die hohe Zahl der vermutlich mit HPAI infizierten Schwäne in den vergangenen zwei Wochen“, heißt es in der Mitteilung der Senatsverwaltung weiter.

Vor dem Hintergrund einer riskanten Rettungsaktion eines im Landwehrkanal festgefrorenen Schwans bekommen die inzwischen bekannt gewordenen Fälle der Vogelgrippe eine neue Brisanz: Ob der Schwan, der kurz nach der Rettung in einer Klinik gestorben ist, ebenfalls am Vogelgrippe-Virus erkrankt war, ist nicht bekannt.

Aktuell zirkuliert vor allem der Subtyp H5N1. In der Vergangenheit ist dieser in Einzelfällen auch auf Menschen übertragen worden – bei engem Kontakt mit erkrankten Vögeln. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wurde bisher jedoch nicht nachgewiesen. Auch andere Säugetierarten können das Virus bekommen und erkranken. „Ein direkter Kontakt mit potenziell erkrankten Vögeln muss deshalb unbedingt vermieden werden“, heißt es aus der Senatsverwaltung.

Wer tote oder erkrankte Kraniche, Wasser-, Raben- oder Greifvögel findet, sollte den Fund der zuständigen Veterinär- und Lebensmittelaufsicht des Bezirks melden. Dann könne eine Untersuchung eingeleitet werden. „Kranke oder verendete Tiere sollten auf keinen Fall angefasst, auch Federn sollten nicht gesammelt werden“, mahnt die Senatsverwaltung. Anders als Kraniche, Wasser- oder Greifvögel sind Singvögel und Tauben nicht besonders anfällig für das Virus.

Das HPAI-Virus, insbesondere der Subtyp H5N1, hat sich im Herbst vergangenen Jahres rasant in Deutschland ausgebreitet. Insgesamt sind 2573 Fälle bei Wildvögeln und 217 Ausbrüche in Vogelhaltungen, also etwa Geflügelbetrieben, nachgewiesen worden. Auch 2026 zirkuliert das Virus weiter: Bereits 240 Ausbrüche bei Wildvögeln und 36 bei Geflügelhaltungen wurden amtlich festgestellt. Es ist laut der Senatsverwaltung aufgrund des „hohen Infektionsdrucks“ zu erwarten, dass es zu weiteren Ausbrüchen kommt.

Die Bezirksämter raten Geflügelhaltern, ihre Tiere vor Kontakt mit Wildvögeln zu schützen. Auch Futter, Einstreu und Tränke sollten für Wildvögel nicht zugänglich sein. „Das Tragen von Schutzkleidung wird dringend empfohlen“, so die Senatsverwaltung. Auch Hände und Schuhe sollten desinfiziert werden. Verschärfe sich die Seuchenlage in Berlin, könne eine Stallpflicht angeordnet werden. „Zoo und Tierpark haben ihren kostbaren Vogelbestand bereits so weit wie möglich vor Wildvögeln geschützt untergebracht.“

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