Sven Mulder Warburg Pincus holt SAP-Deutschlandchef zum Softwareanbieter Infoniqa Bei SAP verantwortete er ein wichtiges Geschäft: Mulder wird neuer Chef des Softwareherstellers Infoniqa. Dieser will kräftig im Mittelstand wachsen – auch mit Übernahmen.

Sven Mulder Warburg Pincus holt SAP-Deutschlandchef zum Softwareanbieter Infoniqa Bei SAP verantwortete er ein wichtiges Geschäft: Mulder wird neuer Chef des Softwareherstellers Infoniqa. Dieser will kräftig im Mittelstand wachsen – auch mit Übernahmen.
Düsseldorf. Die Private-Equity-Gesellschaft Warburg Pincus hat für den Softwarehersteller Infoniqa einen prominenten neuen Chef gefunden: Sven Mulder, der bis vor Kurzem das Deutschlandgeschäft von SAP geleitet hat, übernimmt die Aufgabe zum 1. Mai von Hans-Jürgen Wels. Das bestätigte das Unternehmen dem Handelsblatt.

Infoniqa soll das Geschäft im Zuge einer sogenannten „Buy and Build“-Strategie deutlich ausbauen – mit Eigenentwicklungen und Übernahmen. Sein Ziel sei, mit dem Team „die nächste Wachstumsphase“ zu gestalten, sagte Mulder dem Handelsblatt.

Ähnlich wie SAP bietet Infoniqa Geschäftssoftware an, etwa für Personalmanagement, Gehaltsabrechnung und Finanzbuchhaltung. Allerdings fokussiert sich der Softwarehersteller auf kleine und mittelständische Unternehmen und ist zudem nur im deutschsprachigen Raum aktiv. Zu den Konkurrenten zählen Personio, Datev und P&I.

Seit dem Einstieg von Warburg Pincus im Jahr 2020 hat Infoniqa mehrere Firmen übernommen, darunter Perview Systems, Hamburger Software und BRZ Germany in Deutschland, außerdem das Schweizgeschäft von Sage. Die Gruppe erwirtschaftete 2025 nach eigenen Angaben mit 30.000 Kunden 175 Millionen Euro Umsatz.

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Mulders Aufgabe wird sein, die Produkte der Unternehmensgruppe zu einem einheitlichen Portfolio zusammenzufügen: Ziel sei, eine „integrative Plattform“ zu entwickeln, sagte er – wie in der gesamten Branche mit einem Fokus auf Künstliche Intelligenz. Auch weitere Zukäufe seien geplant. Warburg Pincus dürfte dabei finanzielle Unterstützung leisten.

Die Wachstumsstrategie folgt der Logik der Private-Equity-Branche: Warburg Pincus will Infoniqa für einen späteren Verkauf oder einen Börsengang attraktiv machen. Konkrete Pläne gebe es aktuell aber nicht, hieß es. Der Investor hat die Beteiligung in einen sogenannten Continuation Fund transferiert und will darüber mehrere Jahre engagiert bleiben.

Warburg Pincus dürfte auf eine Milliardenbewertung hoffen. Zum Vergleich: Konkurrent P&I  – ein Spezialist für Personallösungen mit mehr als 300 Millionen Euro Umsatz – wurde bei einer Finanzierung im vergangenen Jahr mit 5,5 Milliarden Euro bewertet. Zuletzt sind die Bewertungen in der Softwarebranche allerdings deutlich gesunken, weil Investoren eine Disruption durch Künstliche Intelligenz fürchten.

Mulder verantwortete bei SAP von 2022 an das Geschäft in Deutschland, mit 5,8 Milliarden Euro Umsatz der zweitgrößte Markt für den Softwarehersteller. Seine zentrale Aufgabe war, die Kunden vom Strategieschwenk hin zur Cloud zu überzeugen. Was der Manager als Erfolg verbuchen dürfte: Die Landesgesellschaft wurde zuletzt intern als „Market Unit of the Year“ ausgezeichnet.

SAP gilt als Talentpool für andere Unternehmen. Immer wieder wechseln Manager, die Vertriebsgesellschaften leiten, zu anderen Softwareherstellern. So ist der frühere Chef der Region Mittel- und Osteuropa bei SAP, Harry Thomsen, seit 2022 Chef von Aareon, das Software für die Immobilienbranche entwickelt. Der ehemalige strategische Chef für China und Taiwan, Jens Amail, leitet seit 2023 die SNP-Gruppe, die Kunden bei der Umstellung von IT-Systemen unterstützt.

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