Sonntag Topspiel gegen Hoffenheim

München · Der FC Bayern München will nach zwei Rückschlägen wieder in die Spur kommen – und das ausgerechnet gegen die TSG Hoffenheim, die Mannschaft der Stunde.

Angriffslustig vor dem Topspiel gegen Hoffenheim: Bayern-Trainer Vincent Kompany.

Mit den zwei überraschenden Rückschlägen in der Liga wollte sich Vincent Kompany vor dem Topduell gegen die Mannschaft der Stunde erst gar nicht groß beschäftigen. „Jetzt“, betonte der Trainer des FC Bayern, „werden wir genau das machen, was wir immer machen: Wir werden auf dem Platz reagieren.“ Da ist es Kompany auch egal, dass es am Sonntag (17.30 Uhr/Dazn) ausgerechnet gegen die aktuell bärenstarke TSG Hoffenheim geht.

Auch Torwart Manuel Neuer schaltete vor dem Spitzenspiel gegen den seit sieben Partien ungeschlagenen Tabellendritten, vor dem die Münchner um Torjäger Harry Kane bangen, trotzig in den Angriffsmodus. „Wenn ich in die Gesichter der Kollegen schaue, dann ist das ein gutes Zeichen, dass wir wieder angreifen wollen“, sagte der Kapitän.

Kompany und Neuer wissen, dass ein dritter Ausrutscher nach dem 1:2 gegen den FC Augsburg und dem 2:2 beim Hamburger SV beim erfolgsverwöhnten Rekordmeister zu erster leichter Unruhe in dieser Saison führen könnte. Noch ist eine Krise nicht in Sicht. Es fühle sich „nicht so an, als würden wir in einer schlechten Phase stecken“, sagte Nationalspieler Jonathan Tah bei Sky mit Nachdruck. Es herrsche der Geist vor, „dass wir jeden Gegner schlagen können. In dieser Saison ist alles drin für uns.“

Immerhin waren die Münchner froh, dass sie in dieser Woche nach dem Stresstest im Januar mit sieben Spielen etwas durchatmen konnten. Man könne, meinte Sportvorstand Max Eberl, „vom Kopf her mal abspannen, mal runterfahren“ und „die Akkus aufladen“.

Allerdings ist ein Einsatz von Kane offen. Der Angreifer fehlte die Woche krankheitsbedingt beim Training. Es wäre ein herber Verlust für die Bayern - zumal gegen einen Gegner in Topform und mit großem Selbstvertrauen. „Wenn wir die Leistung der vergangenen Wochen zeigen, können wir etwas holen“, sagte Stürmer Andrej Kramaric, der die zweite TSG-Teilnahme an der Champions League anstrebt: „Wir haben den besten Kader seit zehn Jahren.“ Die TSG wolle „Großes erreichen“.

Das wollen auch die Münchner in den kommenden Monaten. Da trifft es sich gut, dass sich einige Personalfragen langsam klären. Serge Gnabry verlängerte am Donnerstag bis 2028, Abwehrchef Dayot Upamecano soll nach monatelangem Hin und Her zeitnah folgen. Und auch mit Kane (Vertrag bis 2027) haben erste Gespräche begonnen, bei Neuer soll nach dessen 40. Geburtstag Ende März Klarheit herrschen.

Gegen Hoffenheim wird der Weltmeister von 2014 einmal mehr im Fokus stehen, geht es doch gegen Oliver Baumann. Der ist zwar aktuell die Nummer eins in der deutschen Nationalmannschaft, doch wegen der Verletzung des etatmäßigen Neuer-Erben Marc-André ter Stegen waren in den vergangenen Monaten immer wieder Stimmen laut geworden, Neuer ins DFB-Team zurückzuholen.

„Das Thema nervt ein bisschen“, sagte allerdings Torwart-Legende Sepp Maier diese Woche bei Sport1. Man müsse vielmehr „nach vorne schauen. Die Mannschaft braucht Ruhe, Vertrauen und Klarheit. Oliver Baumann ist die Nummer eins, dahinter gibt es weitere gute Torhüter. Wir sind nicht hilflos.“ Der FC Bayern schon gar nicht.

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