Düsseldorf · Nach harten Zeiten kommt Bayer nun voran: Pharma wird vom Sorgenkind zum Hoffnungsträger. Das liegt vor allem am Neustart des Schlaganfallmittels Asundexian. Die Aktie legt weiter zur. So geht es weiter.
Lange Zeit gab es für Bayer eine schlechte Nachricht nach der anderen: Die Klagewelle gegen den Unkrautvernichter Glyphosat kostete den Konzern Milliarden, die Pharma-Pipeline war mager, dann floppte noch ein Pharma-Hoffnungsträger. Doch nun hat sich der Wind gedreht: Mit dem Blutverdünner Asundexian hat Bayer einen entscheidenden Forschungserfolg erzielt. In der Auswertung einer zulassungsrelevanten Studie verringerte der Gerinnungshemmer bei Patienten, die bereits einen Schlaganfall erlitten hatten, das Risiko eines erneuten Anfalls um 26 Prozent im Vergleich zu einem Placebo. Damit steigt die Hoffnung, dass Asundexian zu Milliarden-Umsätzen führen könnte.
Die Bayer-Aktie legte am Freitag weiter zu und kletterte zeitweise über 45,60 Euro. Damit hat sich der Wert des Papiers binnen eines Jahres mehr als verdoppelt. Im Januar 2025 war der Kurs unter 20 Euro gefallen. Die einstige Rekordmarke von 144 Euro liegt aber noch in weiter Ferne.
Markus Manns, Fondsmanager bei Union Investment, sieht in Asundexian eine große Chance: „Die Daten sind sehr überzeugend – sowohl von der Wirksamkeit als auch von der Sicherheit. Der Blutverdünner reduziert das Schlaganfall-Risiko, ohne gleichzeitig das Blutungsrisiko nennenswert zu erhöhen.“ Die am Donnerstag auf einer Fachkonferenz in New Orleans vorgestellten Daten konkretisierten die vorläufigen positiven Ergebnisse, so Manns. Das sei zentral für die Zulassung.
Der Markt für Mittel zur Schlaganfallprävention in der getesteten Indikation (Sekundärprophylaxe) sei rund drei Milliarden Euro groß, sagt Manns. Denn das Risiko für einen Zweit-Schlaganfall ist hoch: Einer von fünf Überlebenden erleidet nach Bayer-Angaben innerhalb von fünf Jahren einen weiteren Schlaganfall, der häufig mit schwereren Behinderungen verbunden ist. Hier setzt Bayer mit seinem neuen Mittel nun an.
Aber der Konzern ist nicht allein: Entscheidend für das Umsatz-Potenzial von Asundexian seien die Daten des Konkurrenten Bristol, die für 2027 erwartet werden, so Manns weiter. „Dann wird sich entscheiden, ob Bayer den Markt alleine für sich hat oder sich den Markt mit Bristol teilen muss.“
Das Besondere an dem Erfolg jetzt ist auch, dass Asundexian zunächst gefloppt war. Bayer hatte im November 2023 eine Studie zu einer anderen Anwendung des Mittels abbrechen müssen und damit einen schweren Rückschlag erlitten. Damals war die Aktie um über 20 Prozent abgestürzt, zumal es parallel schlechte Nachrichten vom Unkrautvernichter Glyphosat gegeben hatte. Inzwischen gibt es weitere Pharma-Erfolge, im Sommer soll Elinzinetant gegen Symptome der Wechseljahre zugelassen werden: „Nach zahlreichen Erfolgen bei der Pipeline hat sich Bayers Pharmasparte vom Sorgenkind zum Hoffnungsträger entwickelt“, stellt Manns fest.
Auch bei Glyphosat gibt es Fortschritte. Das oberste Gericht in den USA hatte im Januar entschieden, die Glyphosat-Klage im Fall Durnell anzunehmen. Bei einem ersten Versuch war Bayer vor dem Supreme Court noch gescheitert. Doch inzwischen gibt es sich widersprechende Urteile von Berufungsgerichten. „Die Entscheidung des Supreme Court ist eine gute Nachricht für die Landwirte in den USA, die regulatorische Klarheit benötigen. Sie ist auch ein wichtiger Schritt in unserer mehrgleisigen Strategie, um die Rechtsstreitigkeiten signifikant einzudämmen“, hatte Bayer-Chef Bill Anderson im Januar erklärt.
„Experten rechnen mit einer über 50-prozentigen Wahrscheinlichkeit für eine Entscheidung zugunsten Bayers“, erwartet Manns. Damit wären zwar nicht alle Probleme gelöst, aber künftige Klagen erschwert. „Die Kläger werden vermutlich ihre Strategie ändern und Bayer nicht wegen einer fehlenden Krebs-Warnung auf dem Label, sondern wegen fehlerhaften Marketings verklagen“, so der Fondsmanager unlängst. Doch auch das hilft Bayer: Dies würde zukünftige Klagen deutlich erschweren.
Bayer hatte sich die Klagewelle mit der Übernahme des US-Konzerns Monsanto ins Haus geholt. Bislang wurden 197.000 Klagen eingereicht, von denen wurden 132.000 verglichen oder erfüllten nicht die Vergleichskriterien. Rund zehn Milliarden Dollar hat Bayer für die Beilegung schon gezahlt. Die Rückstellungen belaufen sich auf 7,6 Milliarden Dollar.
Bayer geht davon aus, dass der Supreme Court noch in dieser Sitzungsperiode, die bis Ende Juni geht, entscheidet. Für den Konzern, seine 93.000 Beschäftigten und seine Anleger könnte es das Ende einer langen Durststrecke bedeuten.
Lange Zeit gab es für Bayer eine schlechte Nachricht nach der anderen: Die Klagewelle gegen den Unkrautvernichter Glyphosat kostete den Konzern Milliarden, die Pharma-Pipeline war mager, dann floppte noch ein Pharma-Hoffnungsträger. Doch nun hat sich der Wind gedreht: Mit dem Blutverdünner Asundexian hat Bayer einen entscheidenden Forschungserfolg erzielt. In der Auswertung einer zulassungsrelevanten Studie verringerte der Gerinnungshemmer bei Patienten, die bereits einen Schlaganfall erlitten hatten, das Risiko eines erneuten Anfalls um 26 Prozent im Vergleich zu einem Placebo. Damit steigt die Hoffnung, dass Asundexian zu Milliarden-Umsätzen führen könnte.
Die Bayer-Aktie legte am Freitag weiter zu und kletterte zeitweise über 45,60 Euro. Damit hat sich der Wert des Papiers binnen eines Jahres mehr als verdoppelt. Im Januar 2025 war der Kurs unter 20 Euro gefallen. Die einstige Rekordmarke von 144 Euro liegt aber noch in weiter Ferne.
Markus Manns, Fondsmanager bei Union Investment, sieht in Asundexian eine große Chance: „Die Daten sind sehr überzeugend – sowohl von der Wirksamkeit als auch von der Sicherheit. Der Blutverdünner reduziert das Schlaganfall-Risiko, ohne gleichzeitig das Blutungsrisiko nennenswert zu erhöhen.“ Die am Donnerstag auf einer Fachkonferenz in New Orleans vorgestellten Daten konkretisierten die vorläufigen positiven Ergebnisse, so Manns. Das sei zentral für die Zulassung.
Der Markt für Mittel zur Schlaganfallprävention in der getesteten Indikation (Sekundärprophylaxe) sei rund drei Milliarden Euro groß, sagt Manns. Denn das Risiko für einen Zweit-Schlaganfall ist hoch: Einer von fünf Überlebenden erleidet nach Bayer-Angaben innerhalb von fünf Jahren einen weiteren Schlaganfall, der häufig mit schwereren Behinderungen verbunden ist. Hier setzt Bayer mit seinem neuen Mittel nun an.
Aber der Konzern ist nicht allein: Entscheidend für das Umsatz-Potenzial von Asundexian seien die Daten des Konkurrenten Bristol, die für 2027 erwartet werden, so Manns weiter. „Dann wird sich entscheiden, ob Bayer den Markt alleine für sich hat oder sich den Markt mit Bristol teilen muss.“
Das Besondere an dem Erfolg jetzt ist auch, dass Asundexian zunächst gefloppt war. Bayer hatte im November 2023 eine Studie zu einer anderen Anwendung des Mittels abbrechen müssen und damit einen schweren Rückschlag erlitten. Damals war die Aktie um über 20 Prozent abgestürzt, zumal es parallel schlechte Nachrichten vom Unkrautvernichter Glyphosat gegeben hatte. Inzwischen gibt es weitere Pharma-Erfolge, im Sommer soll Elinzinetant gegen Symptome der Wechseljahre zugelassen werden: „Nach zahlreichen Erfolgen bei der Pipeline hat sich Bayers Pharmasparte vom Sorgenkind zum Hoffnungsträger entwickelt“, stellt Manns fest.
Auch bei Glyphosat gibt es Fortschritte. Das oberste Gericht in den USA hatte im Januar entschieden, die Glyphosat-Klage im Fall Durnell anzunehmen. Bei einem ersten Versuch war Bayer vor dem Supreme Court noch gescheitert. Doch inzwischen gibt es sich widersprechende Urteile von Berufungsgerichten. „Die Entscheidung des Supreme Court ist eine gute Nachricht für die Landwirte in den USA, die regulatorische Klarheit benötigen. Sie ist auch ein wichtiger Schritt in unserer mehrgleisigen Strategie, um die Rechtsstreitigkeiten signifikant einzudämmen“, hatte Bayer-Chef Bill Anderson im Januar erklärt.
„Experten rechnen mit einer über 50-prozentigen Wahrscheinlichkeit für eine Entscheidung zugunsten Bayers“, erwartet Manns. Damit wären zwar nicht alle Probleme gelöst, aber künftige Klagen erschwert. „Die Kläger werden vermutlich ihre Strategie ändern und Bayer nicht wegen einer fehlenden Krebs-Warnung auf dem Label, sondern wegen fehlerhaften Marketings verklagen“, so der Fondsmanager unlängst. Doch auch das hilft Bayer: Dies würde zukünftige Klagen deutlich erschweren.
Bayer hatte sich die Klagewelle mit der Übernahme des US-Konzerns Monsanto ins Haus geholt. Bislang wurden 197.000 Klagen eingereicht, von denen wurden 132.000 verglichen oder erfüllten nicht die Vergleichskriterien. Rund zehn Milliarden Dollar hat Bayer für die Beilegung schon gezahlt. Die Rückstellungen belaufen sich auf 7,6 Milliarden Dollar.
Bayer geht davon aus, dass der Supreme Court noch in dieser Sitzungsperiode, die bis Ende Juni geht, entscheidet. Für den Konzern, seine 93.000 Beschäftigten und seine Anleger könnte es das Ende einer langen Durststrecke bedeuten.